Hochzeit

Frühlingshafte Tulpen-Hochzeitstorte // ein Traum aus Vanille und Blaubeeren

7. Mai 2017

Was für eine Freude das war, als meine liebe Freundin Tabea mir erzählte, dass sie heiraten würde. Wir kennen uns weit länger als unser halbes Leben – aus der Schule nämlich – und das finde ich schon etwas Besonderes. (Diese Feststellung hat mich ganz nebenbei realisieren lassen, dass ich jetzt zumindest so alt bin, dass ich solche altklugen Sätze überhaupt in den Mund nehmen kann.) Genauso besonders sollte ihre Hochzeitstorte werden, fand ich.

Vielen Dank an Caro und Christian von 50mm Freunde für die zauberhaften Fotos!

Tabea und Bens Hochzeit fand in einem winzigen Dorf bei Leipzig statt, die Trauung in der Dorfkirche aus dem 17. Jahrhundert und die Feier in einem wunderschön restaurierten alten Vierseitenhof. Die Feier war durch dieses Setting geprägt, denn ansonsten war der Raum und die Feier im besten Sinne schlicht gehalten. Das Alte und Ehrwürdige, die Geschichte und Kostbarkeit der Räume wurden so nach vorn gestellt und konnten ihre ganze Wirkungskraft entfalten. Die Dekoration des Saals fiel zart aus, ganz in weiß, nur kleine gelb-weiße Tulpensträußchen setzten Farbtupfe in die Feierlandschaft. Großartige simplistische Schönheit.

Die Torte sollte ebenso dezent sein wie der Raum, geradlinig, hell, mit einem kleinen Hingucker als Krönung. Ich erstellte ein erstes Design mit blauen Tulpen, den ursprünglich designierten Hochzeitsblumen, aber nachdem die Blumenfarbe kurz vor der Hochzeit auf gelb umgestellt wurde, habe ich es kurzerhand über den Haufen geworfen und ein ganz neues erarbeitet. Denn ein leuchtendes Blau hätte ich deutlich dezenter eingesetzt als ein warmes Sonnengelb; ich hätte mehr Weiß verarbeitet als Gegengewicht, und sicherlich nicht zu Satinbändern gegriffen, die in blau doch etwas steril auf mich wirken. Mein neuer Plan hat sich ganz schnell formiert: Ich entschied mich, die Torte mit einem Bouquet aus gelben und nur einigen wenigen weißen Tulpen zu toppen, die Stockwerke mit Satinbändern im gleichen Gelbton abzuschließen und die Präsentation durch eine elegante weiße Etagere abzurunden. So konnten die Tulpen für sich großartig wirken, so wie es auch die Räume taten; das Gelb wurde durch die Stockwerke hinweg aufgegriffen und die Torte bettete sich insgesamt wunderbar in die Location und die Feier ein.

Frisch und leicht sollte dir Torte sein, das wurde vom Paar gewünscht, und bloß ohne Schokolade. Das ließ sich einrichten. Obwohl ich Obsttorten im April nicht unbedingt das beste Konzept finde, habe ich dann zu Blaubeeren aus dem Tiefkühler gegriffen, und sie als Füllung zusammen mit samtiger Vanille-Konditorcreme auf Milch-Ei-Basis verwendet. Der Teig ist wie bei meinen anderen Torten auch herrlich weich und saftig durch einen hohen Anteil an Butter und Ei, und nur dezent süß. Ummantelt wurde die Torte mit Vanille-Sahne. Dazu habe ich einen Teil der Füllung unter geschlagene Sahne gezogen. Auch wenn sich Ei und Sahne erst einmal sehr füllend anhören, war die Torte insgesamt sehr leicht und genauso frisch wie ich es mir vorgestellt hatte. Einfach himmlisch.

Obwohl mehr Gäste eingeladen waren, habe ich die Torte für 60 Personen konzipiert, da sie als Teil eines größeren Kuchenbuffets serviert wurde. Ich habe mich für drei Stockwerke entschieden mit den Durchmessern 15 cm, 18 cm und 21 cm, wobei jedes Stockwerk etwas über 10 cm hoch war. Damit wurde die Torte ausreichend hoch und die einzelnen Stücke waren beim Herausschneiden noch handhabbar, also eine perfekte Mischung. Diesmal habe ich eine neue Stapel-Technik ausprobiert und zwar die Nutzung eines durchgehenden Mittelstabs, den ich durch vorgebohrte Löcher in den einzelnen Tortenböden geschoben habe und der einige Zentimeter aus dem obersten Stockwerk herausschaute. So hatte ich beim Transport immer einen Punkt, wo ich oben anfassen konnte, und gleichzeitig brauchte ich nicht befürchten, dass sich die Stockwerke gegeneinander verschieben könnten. Als weitere Stützen habe ich dicke Cocktail-Strohhalme in jedes Stockwerk gesteckt, im Kreis um den Mittelstab, die genauso hoch waren wie das Stockwerk selbst, sodass die einzelnen Stockwerke direkt aufeinander standen und sich keine Lücken ergaben. Mit dem Endergebnis war ich sehr zufrieden: Die Torte stand stabil, konnte gut transportiert werden und war einfach zu schneiden. Das merke ich mir unbedingt für’s nächste Mal!

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