Hochzeit

Traumhafte Himbeer-Hochzeitstorte

25. November 2016

Als ich von der Verlobung von Adrian und Laura erfahren habe, saß ich gerade in Südafrika, um Interviews zur dortigen Gesundheitsversorgung zu führen – aber trotzdem wusste ich sofort, dass ich ihre Hochzeitstorte machen möchte. Und die zwei haben Ja gesagt! Das eigentlich tollste von allem war, dass ich die Torte mit ihnen anschneiden durfte, denn so ein Teil der Feier zu sein, war für mich einfach unbeschreiblich großartig. Beide waren total begeistert und ich glaube, ich konnte ihnen wirklich eine Riesenfreude bereiten. Wie unglaublich schön!

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Die Hochzeit im eleganten Landhausstil fand Anfang September in einem alten Fachwerk-Gutshof statt und war ganz in helle Farben und warmen Licht von Lampions und Feuerstellen getaucht. Von den Einladungskarten bis hin zur Saaldekoration war alles in Weiß und Naturtönen gehalten, bis auf bunte, saisonale Blumen, die kleine Farbakzente auf den Tischen setzten. Dieses Dekorations- und Farbschema habe ich als Grundlage für die Torte genutzt: Sie sollte chic und gleichzeitig rustikal wirken, sie sollte weiß und naturfarben sein, die Blumendekoration aufgreifen und sich so in die Feier und den Saal einfügen und doch als Highlight ihre eigene Wirkung entfalten können.

Auf Wunsch von Laura habe ich einen Naked Cake als Grundmodell gewählt, was ja gerade total angesagt ist und in der Tat hervorragend zum Landhausstil passt. Die offene Struktur und der dadurch entstehende Farbwechsel ist für sich schon ein kleiner Hingucker, bietet aber gleichzeitig eine tolle Leinwand für Blüten- und Blumendekoration. Damit dafür auch genug Platz zwischen den Stockwerken der Torte blieb, habe ich die Stützen der einzelnen Stockwerke etwas länger gelassen, sodass kleine Lücken entstanden, wo ich die Blüten einstecken konnte. Als Topper habe ich ein etwas größeres Blumenbouquet gesteckt, was die Torte optisch verlängert und wunderschön abgeschlossen hat. Damit auch die Platte die Farbe der Feier aufzugreift, habe ich ein weißes, flaches Cake Board auf eine mit Packpapier bezogene MDF-Platte geklebt, die ich dann mit feiner, weißer Spitze verzierte habe. Und so war die Torte von Kopf bis Fuß Teil der Hochzeitsfarben. Ich liebe diesen Design-Teil wirklich so sehr: Mich in die Hochzeit hineinzuversetzen, mit den Augen des Brautpaares auf die Feier zu schauen und mir die wichtigsten Elemente herauszupicken, um sie dann in eine Torte zu verwandeln, macht mir wirklich den größten Spaß.

View More: http://konfettiundzuckerguss.pass.us/laura-adrianDas Brautpaar hat sich Himbeeren als dominanten Geschmack für die Torte gewünscht und wollte gerne auf reine Buttercreme verzichten. Biskuitteig musste nicht unbedingt sein. (Dabei fiel mir auf, dass ich, obwohl in Deutschland Biskuit ja DER Tortenteig ist, erstaunlich viele Menschen kenne, die einen buttrigen Rührteig viel mehr genießen; so auch die zwei ersten Brautpaare des Jahres.) Rund 100 Gäste waren auf die Feier; und die Torte sollte gestapelt und einheitlich im Geschmack sein. Mit diesen Vorgaben habe ich mich an die Arbeit gemacht. Nach einigen Recherchen habe ich mich für vier Stockwerke entschieden (32 cm, 28 cm, 23 cm, 18 cm), die insgesamt auf eine Höhe von ca. 45cm kommen würden, ohne Blumen-Topper. Weil der Ei-lastige Rührteig der Sommerlichen Hochzeits-Obstwonnen-Torte so gut angekommen war und leicht zu verarbeiten ist, habe ich ihn hier wieder zur Hand genommen, aber durch gemahlene Mandeln ergänzt, um eine zart-herb-nussige Note einzufügen, die die frische Spritzigkeit der Himbeere ausbalanciert und umspielt.

Diese sollte in der Creme die vorherrschende Note angeben; ich habe mich dann für eine Frischkäse(butter)creme entschieden, da (1) Laura Frischkäse liebt, (2) sich die Creme durch ihre feste Konsistenz hervorragend verarbeiten lässt und sie deshalb auch keine Gelantine braucht, was für die vegetarische Braut ein unbedingtes Muss war, und (3) die frische Sahnigkeit von Frischkäse die Kombination von Himbeere und dezenter Mandel perfekt abrundet. Die Himbeeren also habe ich unter einen Teil der Creme gehoben, nachdem ich mit dem anderen Teil der Creme Ringe am Rand der Tortenböden gespritzt habe, damit von außen die weiße Optik erhalten blieb und keine pinken Himbeerstücke zu sehen waren. Auch diese Dinge zu durchdenken – Passen die Geschmäcker zum Paar? Und zur Jahreszeit? Passen die Farben der Inhaltsstoffe zum Design? – finde ich einfach hervorragend, denn da kann ich mich mit Geschmäckern, Zutaten und Konsistenzen richtig austoben. Und was soll ich sagen: Die Torte hat allen richtig gut geschmeckt. Es war wirklich ein Highlight, dass mich den ganzen Abend über Gäste anstrahlten und voller Lobes waren.

Ein kleiner Kniff bei dieser Torte war, dass ich sie in einer fremden Küche herzaubern musste, denn die Hochzeit fand in der Lüneburger Heide statt. Was also tun? Ich habe die vier Böden am Donnerstag zu Hause gebacken und richtig ordentlich in Frischhaltefolie und Alufolie eingewickelt. (Und ganz wichtig: nicht gekühlt!) Am gleichen Abend sind Mr. Wonder und ich – mit gefühlt unserer halben Küchenausrüstung und mit Kühltaschen voller Butter und Frischkäse im Kofferraum – Richtung Hochzeit gefahren und haben uns in einer Ferienwohnung einquartiert, die ich nach der Größe des Kühlschranks und der Küche ausgesucht hatte. Am Freitag habe ich in meinen mitgebrachten Schüsseln die Füllung gemacht und die Torten gefüllt; später haben wir die Blumen bei der Location abgeholt, ich habe die Blütendekoration vorbereitet und zusammen mit Mr. Wonder die Stöckchen zurecht gesägt, die die Torten auf einander tragen würden. Gut eingewickelt kamen die Torten dann in den Kühlschrank.

Am Samstag vor der Trauung habe ich das Blumenbouquet für die oberste Torte gesteckt, bevor wir die Torten einzeln in Kartons verstaut in den Kühlraum der Location gebracht haben. Um die finale Dekoration in Ruhe zu setzen, die Stockwerke aufeinander zu stapeln und die Torte auf ihrem Board zu platzieren, habe ich mich eine Stunde vor dem Servieren in eine Ecke der Hotelküche zurückgezogen. Mr. Wonder, der stärkste aller Ehemänner, hat dann tatsächlich die hochgestapelte Torte eine kleine Treppe hinunter, über den Hof des Hotels und in den Saal getragen. Wenn ich ihn nicht hätte! Waren wir froh, als sie dann endlich auf dem designierten Tisch im Saal stand! Ich muss zugeben, dass dieser Teil doch ein bisschen stressig war: Der Freitag war sowas von busy – und auch am Samstag konnte ich mich erst richtig entspannen, als die Torte nach dem Dinner angeschnitten wurde. Aber trotz der momentanen Anflüge von „ach du liebe Güte“ war es einfach unfassbar cool, diese Torte zu designen, zu planen und umzusetzen. Als wir am Sonntag fix und foxi nach Hause gefahren sind, stieg in mir schon die Vorfreude auf die nächste Hochzeitstorte auf, die ich nicht einmal eine Woche später servieren würde.

Alle Fotos von Vicky und Tina von Konfetti & Zuckerguss.

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