Hochzeit

Hochzeitstorte Teil 2: Hochsommerliche Obst-Wonne

6. November 2016

Jetzt, wo ich in den novembergrauen Himmel hinausgucke, kommt mir die hochsommerliche Hochzeit von Amina und Jens-Uwe beinahe surreal vor. Es war ein perfekter, warmer Tag, und über das Gelände von dem etwas heruntergekommenen – shabby chic könnte man sagen, aber eigentlich war der Ort so viel cooler und authentischer als es dieser Begriff vermuten lässt – Anwesen vom Anfang des letzten Jahrhunderts wehte eine lässige Brise von der Havel her, über die man einen tollen Blick hatte. Ich hatte die große Ehre, für diese herrliche Feier die Hochzeitstorte backen zu können, und habe mich mit der Konzipierung, dem Probebacken und den sonstigen Vorbereitungen tatsächlich eine ganze Weile aufgehalten, bis ich mit allem zufrieden war. Als mir Amina nach dem Tortenanschnitt mit Tränen in den Augen in die Arme gefallen ist und Jens-Uwe mich überglücklich anstrahlte, wusste ich, dass ich alles richtig gemacht hatte. Es war ein so außergewöhnlich schönes Gefühl, zu dem Glück dieser zwei Menschen einen Beitrag machen zu können und Teil von ihrem großen, besonderen Tag zu sein. Die Freude und die Liebe, in die ich so eingebunden wurde, ist einfach unersetzbar.

Und nun zum Eigentlich, der Torte selbst. Es gab klare Vorgaben der Braut: Biskuit muss nicht sein, frisch und fruchtig soll es werden, vier Einzeltorten waren gewünscht und keine klassisch gestapelte Torte. Gold und glitzer gefällt und es soll insgesamt eine natürliche, frisch-sommerliche Angelegenheit sein. OK, gesagt, getan, hoch die Ärmel, und los! Wie ich schon vor einer ganzen Weile schrieb, waren die gewünschten Geschmacksrichtungen Zitrone + Mohn, Limette + Blaubeere, Erdbeere + weiße Schokolade sowie Mango + Kokos – perfekte Kombinationen, deren Komponenten sich gegenseitig super ergänzen und toll in Szene setzen. Mein Favorit ist Limette-Blaubeer, weil sich hier eine spannende Säure mit dem Hang zur Bitterkeit paart mit einer vollen, reifen Süße. Der Liebling der Gäste war aber definitiv die Erdbeertorte – Erdbeeren im Sommer sind ja auch einfach der Knaller. Das herrliche an diesen vier Kombinationen ist, dass die Zutaten auch optisch hervorragend zueinander passen; und zu viert ergibt sich ein absolut famoser, bunter Sommertraum.

Ich habe beschlossen, die jeweils primäre Zutat (Zitrone, Limette, Erdbeeren, Mango) in eine Curd-Füllung zu verwandeln und die sekundäre Zutat (Mohn, Blaubeeren, weiße Schokolade, Kokos) in den Teig zu geben. So war ich sicher, dass die Frische des sommerlichen Obsts den Ton angeben würde und die Geschmäcker insgesamt stark und kräftig sein würden. Die Rechnung ist voll aufgegangen. Es gab einen Ei-lastigen Rührteig, der wegen der ungewöhnlich hohen Ei-Menge eine ungeahnte Cremigkeit und Feuchtigkeit hatte, und so ganz dem Wunsch der Braut entsprach (und dafür von allen in den höhsten Tönen gelobt wurde). Abgerundet habe ich die Torten mit einer Sahne-Curd-Mischung als Überzug, was den Torten Lockerheit und Leichtigkeit verliehen hat. Sowohl Curd als auch Sahne sind natürlich nicht die allerpraktischsten Zutaten für den Sommer und brauchten gute und ständige Kühlung. Aber der Wunsch der Braut war mir Befehl und es hat tatsächlich alles wunderbar geklappt: Die Curds habe ich am Tag vorher zubereitet, ebenso wie die Teige, die ich am Vortag gebacken habe. Am Tag der Hochzeit wurden die Torten gefüllt und ummantelt, dann bis zum Losfahren im Kühlschrank bzw. im Keller gekühlt (in Rotation, sodass jede genug Kälte abbekommen hat). Für den Transport wurde der Smart vor dem Beladen gut runtergekühlt. Dass der Autoinnenraum so klein ist, war hierbei extrem hilfreich. Vor Ort kamen die Torten dann direkt in den Kühlschrank und wurden erst kurz vor dem Anschneiden nach draußen gebracht. Päm!

Dekoriert habe ich die Torte mit ihren Zutaten: Zitronen- und Limettenscheiben und -spalten, Mohn, Mango- und Kokosschnitze, ganze und halbe Erdbeeren. Um in die Hochzeitsfarben dunkelgelb und gold eingebunden zu sein, standen die Torten auf glitzer-goldenen Cakeboards und die oberste wurde mit goldenen Zuckerherzen dekoriert. (Alles vom Cake Craft Shop.) Ich habe mich für eine Stufen-Etagere entschieden, bei der ich die Abstände zwischen den Torten so weit wir möglich gestaltet habe, sodass die Dekoration richtig zu Geltung kommen konnte.

Es hat also alles bestens geklappt und alle waren glücklich und zufrieden, inklusive dem Brautpaar und mir. Ich glaube, mein Erfolgsrezept war, dass ich mich in die Hochzeit und das Paar gedacht habe und so ihren Geschmack und die Stimmung der Feier richtig auffangen und in eine Torte umsetzen konnte. Das hat mir den größten Spaß gemacht und die Torte zu einem stimmigen Highlight gemacht. Fazit: Ich liebe Hochzeitstorten! Und glücklicherweise habe ich wenige Wochen darauf zwei weitere gebacken, von denen hier bald Fotos eintrudeln sollten.

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