Süße Tartes

Rhabarber-Honig-Pie

19. April 2016

Gerade als ich anfangen wollte zu schreiben, fiel mir auf: Heute vor einem Jahr habe ich das erste Rezept auf diesem Blog gepostet! Ich weiß noch ganz genau, wie ich über die Osterfeiertage bei meiner Schwiegerfamilie in Oldenburg im alten Zimmer meines Mannes  saß und die Website gestaltet habe, mit Farben gespielt und das Theme ausgesucht habe, und was man eben so tut. Den Namen Brot und Kuchen hatte ich schon lange dafür im Kopf, irgendwann war er in einem Gespräch mit meiner liebsten Freundin Anna entstanden. „Brot und Kuchen“, rief sie plötzlich ganz aufgeregt, nachdem wir schon eine Weile gebrainstormt hatten, „das ist es!“ Wir fanden, dass gerade in der Banalität dieses Namens etwas Schönes liegt, und er vor allem ganz genau trifft, was ich hier backe: handfestes Brot aus der eigenen Küche für jeden Tag und jede Gelegenheit, Kuchen für Freunde, Familie, Kollegen und Geburtstage und Feiern, und alle Abwandlungen der beiden.

Dass ich tatsächlich so oft schreiben – und backen! – würde, hätte ich ganz ehrlich am Anfang nicht gedacht. Der Gedanke, den Blog anzufangen und dann irgendwann davon abzulassen, hat mich sogar abgehalten, mit dem Schreiben überhaupt erst einmal anzufangen. Heute bin ich aus ganzem Herzen froh, dass ich mich vor zwei Jahren dazu aufgerafft habe und mich durch dieses Programmieren für Anfänger durchgewuselt habe, denn seitdem ist das Rezeptschreiben und eine kleine Geschichte zum Rezept oder zum Tag des Backens zu erzählen eine meiner liebsten Tätigkeiten geworden und ich will es nicht missen. Es ist also mit ein bisschen Stolz und einer Tonne voll Freude, wenn ich „zum 2. Geburtstag alles Liebe“ schreibe.

Vor einem Jahr: Zimtschnecken

Vor zwei Jahren: Kusperhörnchen

Zur Feier des Tages gibt es einen Rhabarber-Pie – das erste Obst des Jahres ist da, hurra, hurra, hurra! Rhabarber wird klassischerweise oft mit Erdbeeren verarbeitet, nicht zuletzte wegen der wundervollen Optik, aber ich weigere mich, Erdbeeren im April zu kaufen, und deshalb ist dieses Rezept Erdbeer-los. (Notiz am Rande: Im Juni dann sollte man aber unbedingt einen Erdbeer-Rhabarber-Pie machen!) Stattdessen kombiniere ich hier Rhabarber mit Honig, Vanille und Zitrone; das ist etwas unüblich, funktioniert aber ganz hervorragend: Die frisch-fruchtige Säure des Rhabarbers und vollere, sonnigere Säure der Zitrone werden aufgefangen und abgerundet durch die blumige Süße des Honigs und die herbe Süß-Note der Vanille. Diese wunderbare Rhabarber-Masse befindet sich zwischen zwei Lagen knusprigem Pie-Teig, der mit einer dezenten Süße und ganz viel blättrigem Crunch aufwartet. Durch das beigegebene Natron hinterlässt der Rhabarber sogar kein pelziges Gefühl, und so ist dieser Pie ein ganz herrliches Frühlingsgedicht.

Rhabarber-Honig-Pie

Teig:

  • 300 g Dinkelmehl Type 630
  • 50 g Zucker
  • 1 TL Salz
  • 200 g Butter, sehr kalt
  • 110-120 ml eiskaltes Wasser

Rhabarber-Honig-Füllung:

  • 750 g Rhabarber
  • 100 g Honig
  • 50 g weißer Zucker
  • 3 gehäufte EL Speisestärke
  • 1/3 TL Natron
  • 2 EL Vanilleextrakt
  • Abrieb von 1/2 Zitrone
  • 1 EL Zitronensaft

Außerdem:

  • 1 Eigelb
  • etwas Wasser
  • 2 EL brauner, grobkörniger Zucker

Teig. Zuerst der Teig: Mehl in eine Rührschüssel sieben, Zucker und Salz dazugeben und vermischen. Die Butter mit einem scharfen Messer auf einem Brettchen in ca. 1cm x 1cm Stifte schneiden. (Ich lasse das ganze Butterpaket immer auf dem Papier, dann kann man an der Butter richtig anfassen und bekommt keine allzu fettigen Finger.) Zur Mehl-Mischung geben und zügig mit einem pastry cutter (oder zwei Gabel) die Butter einarbeiten bis die größten Butterstückhen Erbsen-Größe haben. Zügigkeit ist deshalb notwendig, damit die Butter nicht zu sehr schmilzt, denn nur dann wird der Teig zum Schluss schön blättrig. 110 ml Wasser dazugeben und wieder zügig mit einem Gummispatel unterarbeiten, zum Schluss mit den Händen den Teig zusammendrücken. Drücken ist dabei besser als Kneten um eben die Butterstückchen nicht zu sein zu verkleinern und zu schmelzen. Wenn der Teig nicht ganz zusammenkommt, das restliche Wasser nach und nach dazugeben. Teig in zwei Teile teilen und jeweils in Frischhaltfolie gewickelt für eine Stunde in den Kühlschrank geben.

Rhabarber-Honig-Füllung. Die Rhabarberstangen waschen, dann putzen und in ca. 1cm lange Stücke schneiden. In einer Schüssel mit Honig, Zucker, Stärke, Natron, Vanille, Zitronenabrieb- und saft vermischen.

Den Pie zusammenbauen. Den Ofen auf 200°C vorheizen. Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche die erste Teig-Portion zu einem Kreis mit ca. 26 cm Durchmesser ausrollen. Eine Tarteforme (23 cm) damit auskleiden, alles Überschüssige über den Rand hängen lassen. Die Form braucht übrigens nicht gefettet werden. Nun die Rhabarber-Honig-Füllung in die Form geben und glattstreichen. Die zweite Teig-Portion ebenfalls ausrollen, zu einem Kreis mit 23-24cm Durchmesser. Auf den Pie legen, und die Ränder mit den Fingern leicht zusammendrücken. Wenn sehr viel Teig überlappt, etwas mit einem Küchenmesser wegschneiden. Mit einem Zahnstocher oder einem scharfen Messer einige Löcher in die Pie-Decke pieken, sodass heiße Luft entweichen kann. Zum Schluss das Eigelb mit ein wenig Wasser verquirlen und damit die Oberfläche des Pies einpinseln. Den braunen Zucker darüberstreuen. Ca.  eine Stunde backen, die Kruste sollte richtig ordentlich Farbe bekommen haben und gold-braun sein. Vor dem Servieren abkühlen lassen, am besten mit Schlagsahne und/oder Vanillesoße genießen.

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1 Comment

  • Reply Honigsüss 8. Juni 2016 at 11:10

    Super gut! 😛 Schau mal bei mir vorbei, ich hab tolle Rezepte mit Honig https://honigsuess.com LG Marlies

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