Frühstück & Brunch, Torten

Frühstückstorte // Blaubeer-Buttermilch-Torte

8. April 2016

Unerhörterweise schlägt Peggy Porschen, deren Rezept ich hier adaptiert habe, vor,  dass man diese Torte durchaus zum Frühstück genießen könne, und ich will dieser raffinierten kulinarischen Dekadenz nicht widersprechen. Denn ich finde, wir haben es hier mit der ultimativen Frühstückstorte zu tun.

Und sieht sie nicht einfach hübsch aus, diese Torte? Am Wochenende habe ich mit Gabi unser erstes echtes Torten-Shooting veranstaltet … und es war großartig. Über zwei Stunden haben wir mein Wohnzimmer auf den Kopf gestellt, um Perspektiven und Lichteinfälle zu erkunden, haben Deko plaziert und schlussendlich vier wundervolle Fotos gemacht. Wir sind wirklich ein bisschen stolz – das ist, glaube ich, ok zu sagen. Aber vor allem hatten wir beide einen Riesenspaß zusammen und haben uns ganz fest vorgenommen, ganz bald weitere Shootings zu machen. Und obwohl das Stylen und Fotografieren so eine amüsante Angelegenheit ist, waren wir ganz schön KO danach und es war sozusagen unumgänglich, die Torte anzuschneiden und uns mit einem Stückchen zu belohnen. Und was für eine Belohnung das war: wunder-weicher Biskuitteig, der durch die verstohlene Säure der Buttermilch und den untergehobenen Blaubeeren besonders pfiffig und saftig ist, gefüllt mit einer dezenten Blaubeercreme, die Teig und Frosting wunderbar verbindet, und ummantelt von einem göttlichen und erstaunlich leicht-frischen Vanille-Frosting.

Das Originalrezept habe ich an einigen Stellen abgewandelt. Nummer eins: die Zuckermenge ist halbiert. Das führt keineswegs dazu, dass die Torte langweiliger wäre, sondern ganz im Gegenteil, die anderen Geschmäcker – Blaubeere, Vanille, Buttermilch, Frischkäse – können sich nun viel besser entfalten. Außerdem wird diese Köstlichkeit so noch leichter und feiner. In diesem Zuge habe ich nur einen der drei Böden mit Vanillesirup getränkt statt alle drei; und ich habe ein Blaubeer-Frosting für die Füllung benutzt.

Wie bei allen aufwendigeren Torten empfiehlt es sich, das Backen auf zwei Tage aufzuteilen. So kann der Teig zudem durchziehen. Mein Vorschlag ist also, den Teig inklusive Sirup am ersten Tag herstellen; man kann auch das Frosting schon am ersten Tag machen und dann über Nacht kühlstellen. Der ganze Rest kommt am zweiten Tag dran.

Frühstückstorte // Blaubeer-Buttermilch-Torte

abgewandelt von Tortenliebe von Peggy Porschen

Blaubeer-Buttermilch-Biskuit:

  • 125 g Butter
  • 150 g Zucker
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 3 Eier (Größe M)
  • 300 g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 Päckchen Backpulver
  • 300 g Buttermilch
  • 200 g Blaubeeren
  • 1 EL Mehl

Vanillesirup:

  • 60 ml Wasser
  • 30 g brauner Zucker
  • 1 1/2 TL Vanilleextrakt

Vanille-(Blaubeer-)Frosting:

  • 300 g weiche Butter
  • 500 g Puderzucker
  • 300 g Frischkäse, Vollfett
  • 1 1/2 EL Vanilleextrakt
  • 100-150 g Blaubeerkonfitüre (wenn möglich mit 70% Frucht), nach Geschmack

Deko:

  • 100 g Blaubeeren
  • Frühlingsblumen, nach Belieben

Vorbereiten. Die Böden von drei Springformen mit 18 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen. (Wer keine drei Formen hat: Man kann die Böden auch nacheinander backen. Wer zwei hat teilt den Teig 1/3, 2/3 an und schneidet den größeren durch. Die ganze Menge des Teiges passt aber nicht in eine Form, der Teig würde beim Backen überquellen.) Den Ofen auf 170°C vorheizen.

Blaubeer-Buttermilch-Biskuit. Butter und 75 g Zucker in einer Schüssel auf hoher Stufe cremig und hell rühren. Die restlichen 75 g Zucker mit Eiern und Vanilleextrakt auf hoher Stufe 10 bis 15 Minuten schaumig und hell-cremig rühren. Die Butter-Mischung in drei Schritten zur Ei-Mischung geben und je ganz kurz auf höhster Stufe einrühren. Mehl, Salz und Backpulver sieben und in drei Schritten, jeweils abwechseln mit der Buttermilch mit einem Gummispatel oder großen Löffel unterheben. Dabei viel Geduld und ganz viel Liebe aufbringen, sonst war das ganze Auf- und Cremigschlagen umsonst. Es können eventuell kleine Butterkrissel bleiben, das ist aber kein Problem. Die Blaubeeren mit den 2 EL Mehl mischen, dann vorsichtig unterheben. Den fertigen Teig auf die drei Formen aufteilen und in den Ofen schieben. 20-25 Minuten backen (bei der 1/3, 2/3 Option braucht die vollere Form ca. 35 Minuten). Garprobe machen, am Stäbchen darf nichts kleben.

Vanillesirup. Während der Teig bäckt, den Sirup herstellen. In einem kleinen Topf Wasser und Zucker geben, kurz umrühren, dann zum Kochen bringen. Vom Feuer nehmen, Vanille unterrühren und abkühlen lassen. Wenn die Böden ungefähr 10 Minuten aus dem Ofen sind und der Sirup lauwarm ist, einen der Böden mit dem Sirup tränken. Wenn die Böden ganz abgekühlt sind, in Frischhaltefolie wickeln und bis zur Weiterverarbeitung am nächsten Tag stehen lassen.

Vanille-(Blaubeer-)Frosting. Butter mit einem Drittel des gesiebten Puderzuckers glatt rühren, dann ein weiteres Drittel dazugeben und vermischen und dann das letzte Drittel. Den Frischkäse in einer separaten Schüssel glatt rühren, dann zu der Butter-Mischung geben und glatt rühren. Zum Schluss Vanille unterrühren. Unter ungefähr ein Drittel des Frostings die Blaubeerkonfitüre mischen und das Frosting glattrühren. Beide Frostings mindestens zwei Stunden vor der weiteren Verwendung kalt stellen, bis sie kalt sind.

Torte zusammenbauen. Falls die Teige in 1/3 und 2/3 gebacken wurden, den höheren Teig mittig mit einem Torten- oder Brotmesser durchschneiden. Ein Tortenschneider geht auch; ich kann das mit einem Messer besser. Dazu markieren ist am Anfang einmal um die Torte herum, indem ich ca. 1 cm weit einschneide. Wenn ich einmal rum bin, schneide ich den Boden ganz durch. Auf einen Tortenboden ein kleines bisschen Frosting schmieren, sodass der Boden hält. Einen Boden mittig darauf setzen. Ein paar EL Vanille-Frosting in eine Spritztülle füllen und einen Ring am Rand des Bodens spritzen, als Barriere. Dann die Hälfte des Blaubeer-Frostings innerhalb dieses Rings verteilen und glatt streichen. Den zweiten Boden aufsetzen, das Gleiche noch einmal machen, dann den letzten Boden aufsetzen. Nun ca. 1 cup des restlichen Vanille-Frostings oben auf die Torte geben und mit einer Palette zu den Rändern streichen; dann die gesamte Torte ganz dünn damit einstreichen. Das bindet die Krümel. Etwa eine Stunde stehen lassen, damit die Oberfläche des Frostings etwas hart wird. Dan mit dem restlichen Frosting genauso verfahren und die ganze Torte damit einkleiden. Wer einen glatten Schliff mag, kann mit der glatten Seite einer Teigkarte die Oberfläche des Frostings glätten, wie ich es getan habe; ansonsten kann man das leicht „Unordentliche“ der Palette lassen. Die restlichen Blaubeeren in einer Reihe um die Torte in das Frosting drücken und mit einem heißen Kaffee genießen.

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