Brot & Brötchen, Frühstück & Brunch

Dinkel-Hefezopf

2. Mai 2015

Du liebe Güte! Ich habe mein Kein-Hefe-Gebot gebrochen. Die Geschichte dahinter ist ganz unspektakulär: Ich blätterte durch ein Backbuch nach dem nächsten auf der Suche nach Inspiration oder einem netten Rezept zum Nachbacken. Und da hüpfte er mich förmlich von der Seite an: der gute alte Hefezopf! Neulich hat mir eine liebe Kollegin erzählt, dass ihre Mama Hefezeige immer mit einer Wärmflasche ins Bett zum Gehen tut und sie garantiert ganz toll aufgehen. Also dachte ich mir, wer nicht gewagt, der nicht gewinnt, und los, einfach mal versuchen, und was man sich sonst noch so sagt, wenn man gegen Schweinehunde kämpft.

Das Ergebnis war nicht ganz genau wie im Rezept, aber trotzdem noch ein erkennbarer und sogar schicker Hefezopf und vor allem saulecker. Ich habe ein Fünftel des Mehls durch Vollkornmehl ersetzt und das ist genau die Note, die den Zopf für mich überragend macht, denn er gewinnt so eine Kernigkeit und Griffigkeit, die mir in ganz hellen Zöpfen fehlt. Er schmeckt perfekt mit dick Butter, und dann wahlweise mit Nutella, Honig oder Marmelade (im Bild mit Brombeer-Johannisbeer-Gelee meiner Schwägerin, hmmmm!). Am zweiten Tag kann ich ihn getoastet empfehlen oder ganz dekadent als Arme Ritter mit etwas Obst und Sirup, ganz amerikanisch.

Dinkel-Hefezopf

Adaptiert von Cynthia Barcomi’s Backbuch

Teig:

  • 550-600 ml warmes Wasser
  • 2 Päckchen Trockenhefe
  • 900 g Dinkelmehl
  • 300 g Dinkelvollkornmehl
  • 1 TL Salz
  • 100 g Zucker
  • 2 Eier
  • 120 ml Pflanzenöl

Eiwasch:

  • 1 Eigelb
  • 2 EL Wasser
  • Sesam oder Mohn zum Bestreuen

Teig. Hefe mit einer Prise Zucker ins warme Wasser geben und 5 Minuten stehen lassen. In der Zwischenzeit beide Mehlsorten, Salz und Zucker in einer großen (!) Rührschüssel mischen. Eier und Öl kurz verschlagen, mit dem Hefewasser geben zur Mehl-Mischung geben und mit den Knethaken durchrühren. Wenn der Teig halbwegs zusammengekommen ist, auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und mit ca. 50 Knetbewegungen kneten bis er weich und geschmeidig und relativ trocken ist. Dafür muss das ganze Mehl eingearbeitet sein – ich habe nicht ganz alles eingearbeitet und nachher ist der Zopf beim Backen ein bisschen auseinander gelaufen. Das wäre vermeidbar gewesen …

Gehzeit. Den Teig in eine leicht eingeölte Schüssel geben, mit eingefetteter Klarsichtfolie abdecken und mit einer Wärmflasche ins Bett stellen, gut zudecken. Viel Liebe braucht der Teig. Eine Stunde gehen lassen. In der Zeit gibt es nichts zu tun. Man könnte die Küche aufräumen oder dem Teig ein Lied vorsingen. Oder beides lassen, die Füße in der unaufgeräumten Küche hochlegen und einen Kaffee trinken.

Zopf Formen und Gehzeit II. Die Luft aus dem Teig boxen und den Teig in drei gleichgroße Teile teilen. Mit eingemehlten Händen die Teile auf der eingemehlten Arbeitsfläche auf ca. 25 cm ausrollen. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech die Enden zusammen legen und zu einem Zopf flechten, die Enden unter den Laib stecken. Eventuell den Anfang noch einmal „nachflechten“, wenn er zu locker ist. Weitere 30 Minuten gehen lassen. Ofen auf 180°C vorheizen.

Backen. Eigelb und Wasser verquirlen, Zopf damit einpinseln. Mit Saaten gestreuen. Bei 180°C ca. 50 Minuten backen. Der Zopf hat eine schöne goldene Farbe und klingt hohl, wenn man auf die Unterseite klopft.

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2 Comments

  • Reply herzmoment 21. Mai 2015 at 23:22

    Hat dies auf Weizenlos rebloggt und kommentierte:
    Tolles Rezept und gut erklärt 😊😋 Schaut dort vorbei

    • Reply brotundkuchen 24. Mai 2015 at 00:19

      Danke! Übrigens backe ich ausschließlich mit Dinkelmehl und Roggenmehl 😉

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