Desserts, Süße Tartes

Clafoutis – heute mit Rhabarber

11. Mai 2014

Clafoutis habe ich das erste mal bei einer Freundin gegessen, die das Rezept von ihren französischen Mitbewohnerinnen bekommen hatte. Ein Traum! Sowieso bin ich ein Fan von allem, was Ähnlichkeit mit Pudding hat, aber vor allem, wenn es gebacken ist. Clafoutis macht sich am Besten als Dessert – übrigens auch für viele Personen, denn er kann prima vorbereitet werden – ebenso gut auch als Kuchen-Ersatz zum Kaffee, auch wenn das bestimmt nicht die feine französische Art ist. Das Schöne ist, dass Clafoutis das ganze Jahr durch gut zu backen ist, einfach mit einer Obstsorte der Saison. Ich habe eine Schwäche für Clafoutis mit Waldbeeren, mit Erbeeren und Rhabarber, reifen Aprikosen oder Birnen. Im Winter mische ich ein wenig Zimt unter den Teig und nehme getrocknete Früchte, am liebsten Cranberries und Aprikosen.

Clafoutis – heute mit Rhabarber

adaptiert aus La Tartine Gourmande von Béatrice Peltre

Dieses Rezept ist mit Abstand das beste, was ich bisher ausprobiert habe: Die Vanille und das Mendelmehl geben dem Clafoutis zwei zusötzliche feine Noten, die den Geschmack sehr ausgeglichen machen. Beim Ursprungrezept handelt es sich um einen Kirsch-Clafoutis mit anteiliger Kokosmilch – das ist nicht ganz mein Fall, aber für Kokos-Liebhaber bestimmt der Knaller. Ich bleibe lieber bei der klassischen Version.

für 6-8 Personen

  • Butter und feiner Zucker für die Form
  • 600 g frischer Rhabarber (oder jegliches anderes Obst)
  • 1 EL Zucker
  • 1/2 TL Natron
  • 200 ml Vollmilch
  • 200 ml Sahne
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 100 g brauner Zucker
  • 40 g Mehl
  • 40 g Mandelmehl (kann durch normales weißes Mehl ersetzt werden)
  • 30 g Stärke
  • 3 große Eier
  • 2 EL geschmolzene Butter oder Sonnenblumenöl

Eine Springform mit 24 cm Durchmesser ausbuttern und mit Zucker ausstreuen. Die Form falsch herum über die Küchenspüle halten und auf den Boden klopfen, damit der überflüssige Zucker abfällt. Den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen.

Der Rhabarber. Die Rhabarberstangen schälen und in 2 cm lange Stücke schneiden. Den Rhabarber in einen Topf geben, einen Schuss Wasser dazugeben und mit einem Esslöffel  Zucker bestreuen. Bei mittlerer Flamme etwas einkochen lassen. Wie lange der Rhabarber einkocht, ist Geschmackssache. Ich mag ihn durch und matschig, der Nachteil ist aber, dass einige Rhabarber-Stücke dann schon richtig zerkocht sind und man die noch ganzen Stücke aus dem Topf fischen muss. Der Vorteil ist, dass es so mehr zerkochte Fasern gibt, die man später zur Milch-Masse hinzugeben kann, sodass auch der Teig zart nach Rhabarber schmeckt. Wer den Rhabarber etwas knackiger mag, lässt ihn nur einige Minuten einkochen, sodass gerade mal ein wenig Wasser ausgetreten ist und die Stücke noch nicht zerfasert sind. Wie dem auch sei, kurz bevor der gewünschte Zustand eingetreten ist, einen halben Teelöffel Natron unter den Rhabarber rühren – es wird schäumen und seifig riechen, und das ist gut: Die Oxalsäure aus dem Rhabarber reagiert mit dem Natron und so wird man das furchtbare pelzige Gefühl von Rhabarber los. Wenn das Schäumen aufgehört hat, den Topf vom Herd nehmen und zur Seite stellen.

Der Teig. Die Milch mit der Sahne und dem Vanilleextrakt in einer Rührschüssel vermengen. Die Flüssigkeit vom Einkochen des Rhabarbers, gal ob wässrig oder fasrig, sollte sie hier undebingt verwendet werden. Dafür einfach entsprechend weniger Milch nehmen. Zucker, Mehl, Mandelmehl und Stärke in eine zweiten Schüssel sieben und die Eier nach einander dazugeben und auf hoher Stufe verquirlen. Die Milch-Sahne-Mischung und die geschmolzene Butter dazugeben und verrühren, bis ein geschmeidiger flüssiger Teig entstanden ist. Wer keine Mikowelle besitzt und nicht einsieht, einen Topf für so wenig Butter schmutzig zu machen, kann sie auch durch Sonnenblumenöl ersetzen, das allerdings für einen weniger vollen Geschmack sorgt – man vergleiche den Geschmack eines Butterbrots mit dem eines Margarinebrots.

Backen. Den Teig in die vorbereitete Form gießen. Die Rhabarberstücke gleichmäßig darauf verteilen. Auf ein Rost ein Blatt Backpapier legen, damit, falls die Form nicht ganz dicht ist, der Ofen nicht eingesaut wird. Den Clafoutis in die Mitte des Rosts stellen und ca. 35 Minuten backen bis er fest und goldbraun an den Seiten ist. Auf einem Kuchen gitter abkühlen lassen und zum Servieren in 6 bis 8 Tortenstücke schneiden und mit Puderzucker bestäuben.

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1 Comment

  • Reply christinalinke 14. Mai 2014 at 11:20

    will ich auch mal haben 🙂

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